Verlag Traugott Bautz
www.bautz.de/bbkl
Zur Hauptseite
Bestellmöglichkeiten
Abkürzungsverzeichnis
Bibliographische Angaben für das Zitieren
Suche in den Texten des BBKL
Infobriefe des aktuellen Jahres
Spenden für die Arbeit am BBKL
Um auch weiterhin die Arbeit am BBKL zu ermöglichen, brauchen wir Ihre Unterstützung..
NEU: Unser E-News Service
Wir informieren Sie über Neuigkeiten und Änderungen per E-Mail.
Helfen Sie uns, das BBKL aktuell zu halten!
Bestellmöglichkeiten

Band II (1990)Spalten 410-411 Autor: Friedrich Wilhelm Bautz

HAARBECK, Theodor, Theologe der Gemeinschaftsbewegung, * 11.11. 1846 in Neukirchen bei Moers als Sohn des Bürgermeisters Gustav H. (1806-93), † 3.12. 1923 in Barmen. - "Meine Eltern waren beide gläubig", schreibt H. in seinen Lebenserinnerungen, "und bemühten sich, ihre Kinder in der Zucht und Vermahnung zum Herrn zu erziehen." Er besuchte 1859-64 das Gymnasium in Duisburg und studierte 1864/65 in Basel, 1865/66 in Tübingen und 1867/68 in Bonn. H. wurde 1868 Lehrer an dem freien, 1859 von Theodorich von Lerber (s. d.) gegründeten Gymnasium in Bern. 1871 heiratete er Hanna Rappard, eine Schwester des Inspektors Carl Heinrich Rappard (s. d.) von St. Chrischona bei Basel. H. erlebte in Bern in den Jahren 1875-80 die große Erweckung. Bis ins hohe Alter hinein gedachte er dankbar der Segnungen, die jene Tage ihm vermittelt haben: "Es war für uns selbstverständlich, daß wir dieser Bewegung Herz und Haus öffneten. Sie brachte uns den inneren Gewinn, daß wir tiefere Erkenntnis und tiefere Erfahrung von dem vollkommenen Heil in Christus erlangten. Und damit hing zusammen die Gemeinschaft mit den Personen und Kreisen, die dieser Bewegung sich anschlossen und ihre Träger wurden. Von da an war es für uns selbstverständlich, daß wir uns zu den Gemeinschaften hielten, die durch diese Bewegung belebt wurden oder ihr ihre Entstehung verdankten. Und das wurde bald entscheidend für meine spätere Lebensaufgabe." 1883 folgte H. dem Ruf nach St. Chrischona als Inspektor der 1840 von Christian Friederich Spittler (s. d.) gegründeten "Pilgermissionsanstalt". 1889 unternahm er eine größere Inspektionsreise nach Slavonien, wo seit Jahrzehnten einige Chrischonabrüder unter den deutschen Kolonisten arbeiteten. H. wirkte 1890-1919 als Inspektor und späterer Direktor der 1886 von Theodor Christlieb (s. d.) gegründeten "Evangelistenschule Johanneum", die ihm ihr Aufblühen nach ihrer Verlegung 1893 von Bonn nach Barmen verdankt. Er wurde 1902 in den Vorstand der "Gnadauer Konferenz" gewählt und war 1911-19 Vorsitzender des "Gnadauer Verbandes, des Deutschen Verbandes für evangelische Gemeinschaftspflege und Evangelisation". Die Universität Bonn verlieh ihm Weihnachten 1919 ehrenhalber die theologische Doktorwürde. Wenn H.s Bedeutung auch in erster Linie in der Brüdererziehung im "Johanneum" lag, das unter seiner Leitung die deutsche Gemeinschaftsbewegung mit mehr als 200 Brüdern beschenkte, so ist doch untrennbar damit verbunden sein richtunggebender Dienst im "Gnadauer Verband" und sein durch Umsicht und Nüchternheit ausgezeichnetes Urteil in allen Fragen der Gemeinschaftsbewegung. Den Wünschen zur Wiedervereinigung mit den "Pfingstgemeinschaften" (s. Paul, Jonathan), von denen der "Gnadauer Verband" sich 1910 (s. Schrenk, Elias) getrennt hatte, setzte H. ein entschiedenes Nein entgegen, weil es ihm völlig klar war, daß in diesen Gemeinschaften nach wie vor ein fremder Geist wirksam war.

weiterlesen ...
Werke: Griech. Formenlehre z. NT, 1895 (19275); Kurzgefaßte Glaubenslehre f. nachdenkende Christen, 1902 (195610 u. d. T.: Was sagt die Bibel?); Die Pfingstbewegung in geschichtl., bibl. u. psycholog. Beleuchtung, 1910; Kirche u. Gemeinschaft, 1911; Der Dienst am Ev. in Predigt u. Seelsorge. Kurze Anleitung f. Nichttheologen, 1913; Das christl. Leben nach der Schr., kurzgefaßte bibl. Ethik, 1921 (19223).

Lit.: J. Calaminus, D. Th. H. z. Gedächtnis, in: RKZ 73, 1923, 302; - AELKZ 57, 1924, 63; - Jakob Haarbeck, D. Th. H., Direktor der Evangelistenschule Johanneum in Wuppertal-Barmen. Lb., 1935; - KJ 51, 597; - NDB VII, 370; - RGG III, 2.

Friedrich Wilhelm Bautz

Letzte Änderung: 09.04.2011